Fasten & Blutzucker: Was im Körper wirklich passiert
Was ist Blutzucker – und warum ist er so wichtig?
Wenn Sie schon eine echte Expertin oder ein echter Experte in Sachen Blutzucker sind, können Sie diesen Abschnitt getrost überspringen. Wenn Sie die Grundlagen und Grundbegriffe rund um Blutzucker und Blutzuckerspiegel allerdings gerne nochmal knapp zusammengefasst bekommen möchten, sind Sie hier genau richtig. Wenn es um den Blutzuckerspiegel geht, sind vor allem die Begriffe “Blutzucker”, “Glukose” und “Insulin” relevant. Der Begriff “Blutzucker” beschreibt zunächst die Glukosekonzentration im Blut. Glukose ist die wichtigste kurzfristig verfügbare Energiequelle des Körpers und kann entweder direkt aus Kohlenhydraten, die durch die Ernährung aufgenommen werden, gebildet oder aus körpereigenen Glukosespeichern bezogen werden. Insulin ist ein Hormon, das in der Bauchspeicheldrüse gebildet wird und dafür verantwortlich ist, den Blutzucker zu regulieren. Steigt die Konzentration von Blutzucker im Blut zu stark an, ermöglicht das Insulin, dass Glukose in die Zellen gelangt und der Zuckerspiegel im Blut sinkt. In den Zellen kann aus Glukose Energie gewonnen werden.
Gründe für einen zu hohen Blutzuckerspiegel
Soweit so gut. Solange die Glukosekonzentration im Blut gut reguliert werden kann, funktioniert der Stoffwechsel einwandfrei. Allerdings ist unser moderner Lebensstil nicht gerade förderlich für stabile Blutzuckerwerte.
Zum einen ist unsere Ernährung problematisch: Wir nehmen zu oft schnell verfügbare Kohlenhydrate zu uns. Durch häufiges Essen ohne wirklich lange Pausen zwischen den Mahlzeiten muss vom Körper permanent Insulin ausgeschüttet werden, um den Blutzuckerspiegel zu regulieren. Vor allem wenn Ihre Ernährung zu einem großen Teil aus Zucker, Weißmehlprodukten oder stark verarbeiteten Lebensmitteln besteht, steigt der Blutzucker innerhalb kürzester Zeit steil an – und demzufolge auch der Insulinspiegel. Nach dem abrupten Anstieg fällt der Blutzucker ebenso schnell wieder ab. Die Folge sind etwa die gefürchteten Heißhungerattacken.
Neben der Ernährung gibt es allerdings noch einen weiteren, oft unterschätzten Faktor, der den Blutzucker in die Höhe treibt: chronischer Stress. Schlafmangel, dauerhafte Erreichbarkeit und emotionale Belastung sorgen dafür, dass der Cortisol- und Adrenalinspiegel steigt, wodurch wiederum Glukose aus der Leber freigesetzt wird. Das Ergebnis: Der Blutzuckerspiegel steigt – ganz ohne Nahrungsaufnahme.
Wie beeinflusst Heilfasten im Hotel Gugerbauer den Blutzuckerspiegel?
Fasten beeinflusst den Blutzuckerspiegel vor allem indirekt – über Veränderungen im Hormon- und Energiestoffwechsel. Sobald keine Nahrung mehr zugeführt wird, gelangt keine Glukose von außen mehr ins Blut. Somit steigt auch der Insulinspiegel nicht mehr an. In den ersten Stunden des Fastens hält die Leber den Blutzucker stabil, indem sie gespeicherte Glukose aus ihrem Glykogenvorrat freisetzt. Mit zunehmender Fastendauer leeren sich diese Speicher und der Körper stellt schrittweise auf alternative Energiequellen um. Fettgewebe setzt vermehrt freie Fettsäuren frei, die von Muskeln und Leber genutzt werden. Die Leber produziert daraus Ketonkörper, die vielen Gewebestrukturen als effizienter Brennstoff dienen können. Durch den niedrigeren Insulinspiegel wird der Stoffwechsel vom „Speicher-“ in den „Mobilisierungsmodus“ verschoben. Das kann sich stabilisierend auf den Blutzuckerwert auswirken, insbesondere wenn zuvor häufige Schwankungen bestanden.
Darüber hinaus bietet Ihnen eine Heilfastenkur im Fastenhotel Gugerbauer die Möglichkeit, einmal wirklich zu entspannen und vollkommen abzuschalten. Faktoren, die chronischen Stress bedingen können, fallen somit weg – und infolgedessen kann sich auch die Ausschüttung von Cortisol und Adrenalin reduzieren, die einen Anstieg des Blutzuckerspiegels bewirken.
Welchen Einfluss hat Intervallfasten auf den Blutzuckerspiegel?
Auch Intervallfasten kann sich – ersten wissenschaftlichen Studien zufolge – positiv auf den Blutzuckerspiegel auswirken. Auch hier werden in den Essenspausen von der Leber aus Fettsäuren Ketonkörper gebildet, die von den Zellen als alternative Energiequelle genutzt werden können. In ersten Studien, wie etwa jener vor Professor Dr. Stephan Martin aus Düsseldorf, konnte festgestellt werden, dass sich der Blutzuckerspiegel der Testpersonen nach 12 Wochen Intervallfasten stabilisiert hatte – was die Forscher und Forscherinnen vor allem daran festmachten, dass der Blutzuckers nach dem Essen weniger stark anstieg.
Heilfasten & Intervallfasten im Fastenhotel Österreich: Dem stabilen Blutzuckerspiegel ein Stück näher kommen
Klar ist: Eine Fastenkur ersetzt keine medizinische Behandlung und sollte gerade bei Menschen mit chronischen Krankheiten nur in Absprache mit einem Arzt durchgeführt werden. Zahlreiche wissenschaftliche Studien weisen darauf hin, dass sich Fasten positiv auf den Blutzuckerspiegel auswirken kann, wissenschaftlicher Konsens besteht derzeit allerdings noch nicht. Dennoch kann Fasten und insbesondere eine Heilfastenkur, bei der Sie nicht nur von Fastenexpertinnen betreut werden, sondern auch vollkommen zur Ruhe kommen können, einen wichtigen Beitrag zu einem stabilen Blutzucker leisten. Gerade der ganzheitliche Ansatz der Fastenkuren im Hotel Gugerbauer hilft, Stress auf körperlicher und mentaler Ebene abzubauen und somit von den positiven Effekten des Fastens zu profitieren. Viele unserer Gäste berichten uns, dass Heißhungerattacken oder Energietiefs nach dem Fasten deutlich seltener vorkamen – und auch wir haben diese Erfahrung mehrmals gemacht.
Quellen: Fasten & Blutzucker
Intervallfasten: So funktioniert gesundes Abnehmen. NDR, 02.01.2026. Online verfügbar: https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Intervallfasten-So-funktioniert-gesundes-Abnehmen,fasten224.html
Dr. Ranft, Dorothea: Intervallfasten senkt LDL, Blutzucker und Blutdruck. Medical Tribune, 26.05.2020. Online verfügbar: https://www.medical-tribune.de/medizin/diabetologie/intervallfasten-senkt-ldl-blutzucker-und-blutdruck
Sievenpiper, John L. et al.: Intermittent fasting strategies and their effects on body weight and other cardiometabolic risk factors: systematic review and network meta-analysis of randomised clinical trials. BMJ, 07.05.2025. Online verfügbar: https://www.bmj.com/content/389/bmj-2024-082007
Wilhelmi de Toledo, Francoise et al.: Safety, health improvement and well-being during a 4 to 21-day fasting period in an observational study including 1422 subjects. PLOS ONE, 02.01.2019. Online verfügbar: https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0209353